Miteinander gebaut: die neue Trockenmauer im Grabenacker
Was entsteht, wenn Nachbar:innen, Kinder, Fachleute und der Quartierverein einen Tag lang zusammen anpacken und klobige Steine aufeinanderschichten? Eine Trockenmauer, die neue Lebensräume für Kleintiere schafft – und zeigt, was im Grabenacker möglich ist, wenn viele mitmachen.
Trockenmauern bestehen aus Natursteinen, die ohne Mörtel geschichtet werden. Die Zwischenräume bieten gute Lebensbedingungen für Wildbienen, Käfer, Spinnen, Eidechsen und andere Kleintiere. Sie speichern Wärme und gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, die sich im Siedlungsraum schaffen lassen. Darum spielt die Trockenmauer im Biodiversitätskonzept des Grabenackers eine zentrale Rolle – zusammen mit Blumenwiesen, Sandlinsen oder Holzstapeln, die alle dazu beitragen, mehr Natur ins Quartier zu bringen.
Vom Konzept zum gemeinschaftlichen Bautag
Schon früh war klar, dass diese Trockenmauer gemeinsam entstehen soll. In Gesprächen mit Bewohner:innen zeigte sich rasch: Viele boten ihre Mithilfe an.
Der Bautag wurde von der HGW zusammen mit der Landschaftsarchitektin Brigitte Nyffenegger von der umland GmbH geplant, die auch das Freiraumkonzept für die Siedlung entwickelt hat. Die fachliche Leitung übernahm Philip Danuser von der flur GmbH. Er führte in die Technik ein, erklärte den Aufbau und begleitete die Gruppen während des Tages.
80 Hände, ein gemeinsames Bauwerk
Der Tag startete mit Kaffee und Gipfeli, organisiert vom Quartierverein und der HGW. Danach gab es einen kurzen Einblick in die Biodiversität des Grabenackers und in die allgemeine Bedeutung von Trockenmauern.
Anschliessend verteilten sich die rund 40 Teilnehmenden: Während eine Gruppe das Fundament setzte und Steinreihen sorgfältig schichtete, arbeitete die andere Gruppe mit bereitgelegtem Gehölz, das zugesägt und zu Aststeelen aufgebaut wurde – ebenfalls ein wichtiger Lebensraum für Kleintiere.
Immer wieder blieben Nachbar:innen stehen, stellten Fragen, schauten interessiert zu oder setzten sich später einfach zum Pizzaessen dazu.
Am Nachmittag stand die Mauer – stabil, fachgerecht und bereit für ihre neuen Bewohner:innen.
Gefeiert wurde am Schluss natürlich auch: Schliesslich baut man nicht jeden Tag gemeinsam eine Mauer, die mehr Leben ins Quartier bringt. Die Trockenmauer steht nun fest, Stein auf Stein gebaut, als Werk vieler Hände und als sichtbarer Beitrag zur Biodiversität im Grabenacker.